Donnerstag, 17. Mai 2012

Weltschmerz

Ich wollte immer schon etwas tun, um die Welt zu verändern. Sie ein bisschen besser zu machen. Meinen großen Traum verwirklichen. Überhaupt einen Traum. Doch dann lese ich Zeitung, schaue die Nachrichten oder sehe mit eigenen Augen, wie schrecklich diese Welt ist. Und dass ich sie auch nicht verändern kann. Das Einzige, was dann hilft, ist sich in eine andere Welt zu flüchten. Die besteht für mich üblicherweise aus Filmen, Büchern und Musik. Ich versuche, mich abzuhärten für das Leben, indem ich schreckliche Bücher lese und mir jeden Tag den schlimmsten Teil der Zeitung anschaue. Aber es nützt nichts. Manchmal sitze ich da und weine, weil ich daran denke, dass in Afrika Kinder vor Hunger sterben und ich nichts dagegen tun kann. Dass Menschen vergewaltigt und geschlagen werden. Es ist so ein furchtbares Gefühl, nicht helfen zu können. Denn selbst wenn ich könnte, würde ich es nicht ertragen. Es würde mich nur noch unglücklicher machen. Immerhin erscheint mir nicht immer alles so ausweglos. Doch immer öfter denke ich, dass ich viel zu dünnhäutig bin in einer Welt voller Gewalt, Schmerz und Leid.

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